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Im Gegensatz zu Berges‘ Werk weist Konrad Winters Werk keine Klarheit auf –
ganz im Gegenteil wirken seine Ansichten so verschwommen und diffus, dass der
Blick auf die einzelnen Farbflecken gelenkt wird. Das Motiv ist gleichzeitig klar
und ist trotzdem schwer mit dem Blick zu fokussieren. Wieder lassen sich einzel-
ne Farbflächen nicht immer eindeutig Hintergrund oder Vordergrund zuordnen. Je
unklarer wir den Blick werden lassen, desto klarer erschließt sich das Dargestell-
te. Deutlich wird hier, was unser Gehirn und unsere Sehgewohnheit schnell zu ei-
ner Information, einem klaren Bild verarbeiten: was wir sehen, sind zunächst nur
Farbflecken auf einem Farbträger und kein Fahrrad. Diese abstrakte Perspektive
bringt eine Distanz zwischen Information und Interpretation – eine Distanz, die
unsere Sehgewohnheit normalerweise nur zu gerne überspringt.
Zu Konrad Winter: geboren 1963 in Salzburg, lebt und arbeitet in Bad Kissingen.
Spiegelnde Oberflächen, schillernde Farben, High-Tech Materialien – diese Merk-
male treffen auf die Werke von Konrad Winter zu. Dabei handelt es sich um klas-
sische Malerei mit Pinsel. Das Spiel zwischen Gegenständlichkeit und Abstrakti-
on spielt eine zentrale Rolle in seinem Werk. Seit 2002 gehört Konrad Winter zum
Künstlerstamm der DavisKlemmGallery.
Seite 19: Konrad Winter, Blaues Fahrrad, 2017
Autolack auf Aluminium, manuelle Malerei, 120 x 160 cm
Seiten 20/21: Konrad Winter, Giorgione – Ländliches Konzert, 2018, 95 x 118 cm
Konrad Winter, Blaues Fahrrad, 2017, 120 x 160 cm
Technik beider Werke: Autolack auf Aluminium, manuelle Malerei
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