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Obwohl das Testbild der technischen Fernseh-Vergangenheit angehört, bleibt die
„Testbild“-Reihe von KP Brehmer in seiner politischen Aussage aktuell. In der Ab-
folge der Werke wächst aus einem zentralen schwarzen Punkt zunächst ein Kreuz
und zuletzt ein Hakenkreuz. Beim Blick auf das erste Testbild kann man erkennen,
dass dieses bereits in hellem Braun vorher angelegt war. Ein Eindruck, den man
natürlich auf politische Realitäten übertragen kann. Unsere Gewohnheit, auch
Sehgewohnheit, nicht im Vordergrund Stehendes auszublenden, hilft aus einer
Informationsflut einen Fokus zu behalten. Gleichzeitig erfassen wir dadurch nicht
alles und nehmen uns die Möglichkeit, eine andere Perspektive zu erkennen.
Zu KP Brehmer: 1938 in Berlin geboren, 1997 in Hamburg gestorben. KP Brehmer
(Klaus Peter Brehmer) war ein wichtiger Vertreter des Kapitalistischen Realismus
in den sechziger Jahren und der Politischen Kunst in Westdeutschland. „Kunst ist
immer eine Reflexion gesellschaftlicher Verhältnisse.“ (KP Brehmer) Das politi-
sche Thema dieses Werks ist aktueller denn je – weshalb wir diese Testbilder „zur
Feststellung faschistischer Tendenzen“ in der Gesellschaft in diese Ausstellung zur
Überprüfung der Wahrnehmung aufgenommen haben.
Ein Exemplar dieser Edition gehört zur Grafiksammlung des MoMA in New York.
Fünfzig Jahre später und fünfundsiebzig Jahre nach Kriegsende ist das Werk immer
noch eine aktuelle Mahnung.
Seiten 33
und Seiten 34/35:
KP Brehmer, Testbild TV – Braunwerte, 1970/72, Klischeedruck auf Karton
5-teilig, 49 x 62 cm, Exemplar 94 /95
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