Page 39 - NAGELNEU - KUNST AUS DEM JAHR 2020
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7 Günter Beier

          Selbst eine Tüte mit Pflanzensamen gewinnt durch die Coronakrise eine neue Perspek-
          tive. Günter Beier beschäftigt sich in seinen Arbeiten öfter mit Objekten des Konsums
          und auch Samentüten gehörten bereits vor Corona dazu.

          Unter dem Aspekt, dass viele Menschen in der Krise oder auch erst durch die Krise
          zur Arbeit im Garten gekommen sind, stellt sich das Werk unter einem neuen Blick
          dar. Wer kennt nicht den Nachbarn, der nun intensiv Hochbeete anlegt und Ansätze
          zur Selbstversorgung verfolgt? Die leuchtenden Zucchini, die Beier in kräftigen Farben
          präsentiert, werden idealisiert und zum Sehnsuchtsobjekt. Diskussionen über regiona-
          le Lebensmittelversorgung, Lieferketten und Erntehelfer legten nochmal deutlich eine
          Struktur offen, deren Abkürzung sich vielen in diesen Samentütchen präsentiert.



          Zu Günter Beier: geboren 1959 in Wuppertal. Das Hauptthema Beiers Malerei sind ge-
          fundene Objekte – ob Luftballons, Süßigkeiten oder eben Saattüten. Isoliert von ihrem
          Kontext und überdimensional gemalt, rückt er belanglose Motive in den Vordergrund, so
          dass die Betrachter sie nun in einem neuen Licht sehen.





          Seite 36: Günter Beier, Saattüte Zucchini, 2020, Öl auf Leinwand, 160 x 120 cm
























          Seite 38/39, v.l.n.r.: Charlotte Trossbach, Kirschen III, 2020, Öl auf Leinwand, 120 x 100 cm
                              Charlotte Trossbach, Lillet, 2020, Öl auf Leinwand, 60 x 80 cm
                         Günter Beier, Saattüte Zucchini, 2020, Öl auf Leinwand, 160 x 120 cm

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