Page 31 - NAGELNEU - KUNST AUS DEM JAHR 2020
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5 Steve Johnson
Ein Stillleben: ein leckeres Gericht sorgfältig auf einem zerbrochenen Teller auf dem
Boden arrangiert. Das ist Steve Johnsons Kommentar zum Brexit und ähnlichen natio-
nalorientierten und populistischen Tendenzen in der ganzen Welt. Der Brexit, einer der
größten Einschnitte in die europäische Geschichte, scheint angesichts der Coronakrise
beinah vergessen.
Johnson kochte in Geduld verschiedene typische Gerichte europäischer Länder, die er
im Anschluss auf den zuvor zerstörten Tellern servierte. Und so wohl nie gegessen wur-
den. Ein melancholischer Moment, in dem man etwas Schönes verliert. Die Contenance
wahren im Anblick der Zerstörung. Das könnte auch ein Kommentar zum Umgang mit
der Coronakrise sein, in der die europäischen Länder dann doch zumeist „ihr eigenes
Süppchen kochten“ und sich erst zuletzt auf Europa als Gemeinschaft besannen.
Zu Steve Johnson: geboren 1953 in Whitstable, Kent, England; hat am Goldsmiths‘
College bei Michael Craig-Martin studiert und an der Chelsea School of Art; langjähri-
ger Dozent ebendort und an der Camberwell School of Art; lebt und arbeitet in London.
Johnson beschäftigt sich in seinen Werken häufig mit existenziellen Fragen. Sein Werk
umfasst Skulpturen, Objekte, Zeichnungen und Photografie.
Seite 28: Steve Johnson, Still life (The Full English), 2018
Giclée print on Hahnemühle Pearl, 42 x 59,4 cm, Auflage 20
Seite 30: Steve Johnson, Still life (Sacher Torte), 2020, Giclée print on Hahnemühle Pearl
42 x 59,4 cm, Auflage 20 oder Monoprint, 29,7 x 42 cm
Seite 31: Steve Johnson, Still life (gulyás), 2020, Giclée print on Hahnemühle Pearl
42 x 59,4 cm, Auflage 20 oder Monoprint, 29,7 x 42 cm
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